Am gestrigen Tag, den 18.05.2011, verkündeten der Insolvenzverwalter des FC Sachsen Leipzig, Heiko Kratz, und die verbliebenen Vorstände, Uwe Seemann und Matthias Weiß, auf einer Pressekonferenz das Ende des Spielbetriebs des FCS zum 30.06.2011. Wohl veranlasst durch diverse Presseverlautbarungen bestätigten sie damit die seit Monaten schwelenden Gerüchte um ein baldiges Ende von Chemie. Für den Insolvenzverwalter seien ausbleibende Zuschauer, nicht eingehaltene Sponsorenverträge und die Invest-Ruine AKS maßgeblich dafür, dem FCS eine positive Fortführungsprognose zu versagen. Um insbesondere dem Nachwuchs eine Chance in Grün-Weiß zu erhalten, würden Gespräche mit der Ballsportgemeinschaft Chemie Leipzig geführt. Inwiefern der Alfred-Kunze-Sportpark den Chemikern über das Ende des FCS hinaus eine Heimat bleiben kann, wurde offen gelassen.
Es liegt nun an den Sympathisanten des Leutzscher Fußballs, sich am kommenden Sonntag gegen Budissa Bautzen (13.30 Uhr im AKS) als Fans des FCS würdig von der ersten Mannschaft – stellenweise gespickt mit echten Leutzschern – und dem Verein zu verabschieden, der in den letzten 21 Jahren sicher viele Pleiten und Pannen durchlebte, aber vereinzelt auch immer wieder Lichtblicke vermittelte. Man denke nur an Spiele in Hof, Greifswald, Schönberg, Essen, Hamburg (St. Pauli) oder die gemeinsame Fahrt zur A-Jugend in Wolfsburg. Die Erinnerungen bleiben, es waren schöne Zeiten und zumindest für den Freundeskreis des Verfassers ein großer Teil seiner Jugend.
Nun liegt es für manche vielleicht nahe, den grün-weißen Farben für immer abzuschwören und mit dem Ende des FCS das chemische Kapitel ad acta zu legen. Nur sei diesen Leuten in ihrer dann vermehrt vorhandenen Freizeit die Lektüre der Leutzscher Historie auf dieser Seite nahegelegt. Es gab viele Brüche in der Leutzscher Fußballgeschichte. Die Traditionslinie war keine Gerade. Einzige Konstante über ein gutes Jahrhundert: Die Unterstützung des Vereins durch seine Fans. Jeder einzelne FCS-Sympathisant sollte auf seine Weise dafür Sorge tragen, dass die grün-weißen Farben nicht aus dem Leipziger Stadtbild verschwinden.